Nehmen Sie an der Arms Control Negotiation Academy teil und denken Sie die internationale Sicherheit neu

 

Anlässlich der Krise der Rüstungskontrolle schließen sich sechs Institutionen aus den USA, Russland und Europa zusammen und fordern die nächste Generation von Rüstungskontrollverhandelnden auf, sich den Sicherheitsherausforderungen unserer Zeit zu stellen.

 

Die Arms Control Negotiation Academy (ACONA) ist ein 12-monatiges, hochrangiges professionelles Programm für eine kompetitiv ausgewählte Kohorte von aufstrebenden internationalen Sicherheitsexpert*innen sowie Praktiker*innen. Auf dem anspruchsvollen Curriculum stehen kritische historische Fallstudien, technologisches Know-how und fortgeschrittene Verhandlungsfähigkeiten im Bereich der Rüstungskontrolle. Die Teilnehmer*innen erwerben ein Zertifikat in Rüstungskontrollverhandlungen und werden Teil von ACONAs Netzwerk von Rüstungskontrollverhandelnden der nächsten Generation. Jedes Jahr rekrutiert ACONA eine neue Kohorte von Fellows.

Amerikanische, russische und europäische Wissenschaftler*innen sind ernsthaft besorgt über den fortschreitenden Zerfall der globalen Rüstungskontrollarchitektur, einschließlich des jüngsten Zusammenbruchs des INF-Vertrags (Intermediate-Range Nuclear Forces) und des Rückzugs der USA aus dem Vertrag über den Offenen Himmel. „Die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft können und müssen eine führende Rolle bei der Schaffung neuer Räume für einen offenen Dialog spielen, um diese Krise zu überwinden“, sagt der Harvard-Dozent Arvid Bell, Direktor der Negotiation Task Force und Vorstandsmitglied der ACONA. „Wenn wir jetzt nicht handeln, könnten wir bald zum ersten Mal seit den 1960er Jahren einer Welt ohne ein einziges strategisches Rüstungskontrollabkommen gegenüberstehen.“

ACONA ist ein Ergebnis dieser tiefen Krise der Rüstungskontrolle und gründet auf dem Verständnis, dass globale Sicherheit von einem konstruktiven Engagement zwischen den Vereinigten Staaten und Russland sowie der breiteren internationalen Gemeinschaft abhängt. „Wir müssen bei Null anfangen und eine neue Generation von Wissenschaftler*innen, Diplomat*innen und Entscheidungsträger*innen aufbauen, die mit der Geschichte, der Theorie und den Verhandlungstechniken der Rüstungskontrolle vertraut sind", sagt Professor Christopher Daase vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Mitglied des ACONA-Vorstands.

Jedes Jahr nimmt die Akademie Bewerbungen aus aller Welt entgegen, um nur sechzehn Plätze in einem kompetitiven Auswahlverfahren zu besetzen. Die ACONA Fellows kommen aus unterschiedlichen Ländern und haben vielfältige berufliche und akademische Hintergründe. „Ich freue mich, dass so viele kluge junge Menschen daran interessiert sind, mehr über die Aushandlung von Rüstungskontrollabkommen zu erfahren. Wir werden sie – ihren Verstand, ihr Fachwissen und ihren Enthusiasmus – brauchen, um voranzukommen“, sagt Rose Gottemoeller, Mitglied des Internationalen Beirats von ACONA und ehemalige stellvertretende Generalsekretärin der NATO.

Im Laufe eines Jahres erwerben die ACONA-Fellows fortgeschrittene Verhandlungsfähigkeiten, arbeiten gemeinsam an internationalen Forschungsprojekten und treffen auf hochrangige Führungskräfte. Zu den Führungspersönlichkeiten, die an ACONA-Veranstaltungen teilgenommen haben, gehören Anatoly Antonov (Botschafter Russlands in den Vereinigten Staaten) und Catherine Ashton (ehemalige Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik). Die Forschungsprojekte der Fellows stützen sich auf Erkenntnisse aus den Diskussionen mit diesen Expert*innen, um neue und innovative Wege zur Bewältigung komplexer Rüstungskontrollherausforderungen vorzuschlagen.

Dreimal im Jahr treffen sich die Fellows virtuell oder persönlich zu einwöchigen „Negotiation Boot Camps“. Mindestens einer dieser Intensiv-Workshops findet in Island statt. Der kleine nordische Staat diente als neutraler Verhandlungsort für eine der wichtigsten historischen Leistungen in der globalen Diplomatie: Das sowjetische Staatsoberhaupt Michail Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan trafen sich 1986 in Reykjavík zu produktiven Gesprächen, die zur Unterzeichnung des INF-Vertrags (Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty) führten.

„Es ist großartig zu wissen, dass junge Menschen, von denen einige noch nicht einmal geboren waren, als Michail Gorbatschow und Ronald Reagan in Reykjavik zusammentrafen, dorthin kommen werden, um etwas über die Vergangenheit und die Gegenwart der nuklearen Rüstungskontrolle zu erfahren und die Zukunft zu diskutieren“, sagte Pavel Palazhchenko, Mitglied des internationalen Beirats von ACONA. Als Michail Gorbatschows leitender Dolmetscher nahm Palazhchenko an allen amerikanisch-sowjetischen Gipfeltreffen teil, die zum Ende des Kalten Krieges führten, einschließlich des Treffens zwischen Gorbatschow und Reagan 1986 im Höfði-Haus in Reykjavík.

Weitere Mitglieder des internationalen Beirats von ACONA sind neben Gottemoeller und Palazhchenko Professor William C. Potter, Direktor des James Martin Center for Nonproliferation Studies und ausländisches Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, sowie Alexei Arbatov, Leiter des Zentrums für Internationale Sicherheit am Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen (IMEMO) und Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften.

ACONA wird von der Stiftung „Avec et pour autres“, der Negotiation Task Force, der isländischen Regierung und der Universität von Island finanziert.

Wenn Sie daran interessiert sind, sich mit einigen der drängendsten nationalen Sicherheitsfragen unserer Zeit auseinanderzusetzen und sich dabei mit Fachkolleg*innen und Expert*innen aus der ganzen Welt auszutauschen, erfahren Sie hier mehr darüber, wie Sie sich für ein ACONA-Fellowship bewerben können.

 

Partners

Das History and Public Policy Program am Woodrow Wilson International Center for Scholars befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Geschichte und politischer Entscheidungsfindung. Führend in der Aufdeckung und Veröffentlichung von für politische Entscheidungen wichtigem historischen Material arbeitet es mit einem globalen Netzwerk zusammen, um zukunftsorientierte Forschungskapazitäten aufzubauen, den Dialog und die Debatte über die Geschichte zu fördern und einen besseren Zugang zu Archivmaterial zu erwirken.


Das Höfði Reykjavík Peace Centre, ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Reykjavík und der Universität von Island, ist ein Forum für internationale multidisziplinäre Zusammenarbeit. Es legt seinen Schwerpunkt auf die Rolle von Kleinstaaten, Städten und Bürger*innen in der Friedensförderung. Höfði ist der Name des Hauses, in dem sich Reagan und Gorbatschow 1986 in Reykjavík trafen und betont die konstruktive Rolle Islands als kleiner, nicht-militarisierter Staat im Konflikt zwischen zwei Supermächten.


Das Moscow State Institute of International Relations ist Russlands angesehenste Hochschule mit einem breiten Spektrum an Studienprogrammen und Spezialisierungen. Die Universität genießt einen ausgezeichneten Ruf, hält hohe Positionen in akademischen Ratings und hat ein breites Netz internationaler Kontakte aufgebaut. Die Entwicklung bilateraler und multilateraler Kontakte ist bis heute eine der wichtigsten Prioritäten.


Die National Research University Higher School of Economics in Moskau gehört zu den besten Universitäten Russlands sowie den herausragenden wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Hochschulen in Osteuropa und Eurasien. Innerhalb von zwei Jahrzehnten entwickelte sie sich zu einer renommierten Forschungsuniversität mit Fokus auf internationaler Präsenz und Zusammenarbeit.


Die Negotiation Task Force (NTF) am Davis Center for Russian and Eurasian Studies der Harvard University fördert innovative Lösungen für euro-atlantische und eurasische Sicherheitsheraus-forderungen, indem sie Kapazitäten für kulturübergreifende Verhandlungsforschung und -ausbildung, sowie strategische Analysen schafft. Die NTF entwickelt neue Methoden zum effektiveren Wissenstransfer, bietet Ausbildungen zur fortgeschrittenen Verhandlungsführung für Diplomat*innen und Beamt*innen an und trägt damit zum nachhaltigen Aufbau von Konfliktmanagement-Kapazitäten bei.


Das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF) ist eines der führenden Friedensforschungsinstitute in Europa und verbindet Grundlagenforschung mit dem Transfer von Wissen in Politik, Medien und Gesellschaft. Für Ministerien, Parteien, NGOs, Unternehmen entwickeln die Forscher*innen Handlungsoptionen und stellen ihnen Hintergrundwissen und Analysen zur Verfügung.


Kontakt

Arms Control Negotiation Academy (ACONA)
Negotiation Task Force (NTF)
Davis Center for Russian and Eurasian Studies
Harvard University

1730 Cambridge Street, Cambridge, MA 02138, USA
Tel.: +1 (617) 496 2180
Email: acona@fas.harvard.edu
www.acona.fas.harvard.edu